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Koloman stammte aus Irland und pilgerte ins Heilige Land. Eine Pilgerfahrt, verbunden mit vielen Entbehrungen und Gefahren, galt als eine besonders radikale Weise der Christus-Nachfolge. Von der misstrauischen Bevölkerung als Spion verdächtigt, wurde Koloman 1012 in Stockerau zum Tod verurteilt und aufgehängt. Durch wunderbare Zeichen erkannte man bald, dass er ein heiliger Mann gewesen und unschuldig getötet worden war. Man begann, ihn als Märtyrer und heiligen Pilger zu verehren. Nach dem Bericht des Melker Abtes Erchenfried († 1163) wurde der Leichnam am 13. Oktober 1014 in die damalige Residenz der Babenberger nach Melk überführt. Damit war in Niederösterreich erstmals ein hoch angesehenes Märtyrergrab, das Ziel vieler Wallfahrten wurde. Koloman war bis 1663 Landespatron von Österreich in seinen damaligen Grenzen. – Im Kloster St. Koloman der Steyler Missionsschwestern in Stockerau findet sich bis heute an der Stelle des Martyriums ein Holunderstrauch, von dem es heißt, dass er, selbst wenn er im Laufe der Geschichte abgestorben ist, immer wieder aus den Wurzeln heraus neu ausgetrieben habe.
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